Die Online-Befragung

Zielsetzung: Einholung der Erwartungshaltungen und Wünsche von Unternehmen aus der Region an HochschulabsolventInnen.
Umfragezeitraum: Anfang Juli bis Anfang August 2011
Die Onlinebefragung wurde von Creativ Research (Dr. Populorum) durchgeführt.
Rücklauf: Insgesamt wurden 394 Unternehmen im EuRegio-Raum angeschrieben, 81 Unternehmen (davon 43 Unternehmen aus Salzburg und 38 aus Bayern) haben geantwortet, d.h. die Rücklaufquote betrug 20,6%. Der Großteil der Stichprobe (80,2%) weist eine Unternehmensgröße bis max. 500 MitarbeiterInnen auf. Die befragten Unternehmen decken vorwiegend den Bereich Industrie, Dienstleistungen und produzierendes Gewerbe ab.

ZUSAMMENFASSUNG DER WICHTIGSTEN ERGEBNISSE

Zu den Studienrichtungen

  • Am stärksten wird von den beteiligten Unternehmen der Bedarf an Absolventen der technischen und wirtschaftlichen Studienrichtungen angemeldet.
  • Zwei Drittel der befragten Unternehmen rechnen in den nächsten Jahren mit einem zumindest leichten Anstieg des Akademikeranteils in ihrem Unternehmen.
  • Ein Drittel der befragten Unternehmen hatte Probleme bei der Rekrutierung von AbsolventInnen aus dem technischen Bereich in den letzten drei Jahren.
  • Mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen wird in nächster Zeit (6 bis 12 Monaten) AbsolventInnen technischer Studienrichtungen (Bachelor und/oder Master) in ihrem Betrieb einstellen. Ein Viertel der Unternehmen wird in nächster Zeit AbsolventInnen aus dem Bereich wirtschaftstwissenschaftlicher Fächer (Bachelor und/oder Master) einstellen.
  • Als geplante Arbeitsfelder für den Einsatz der Bachelor-AbsolventInnen wurden vorwiegend die Bereiche „Marketing, Vertrieb, Kundenbetreuung“, „Fertigung, Produktion“ sowie „Forschung und Entwicklung“ genannt. Als geplante Arbeitsfelder für den Einsatz der Master-AbsolventInnen wurden vorwiegend die Bereiche „Forschung und Entwicklung“, „Marketing, Vertrieb, Kundenbetreuung“, „Management, Verwaltung, Personalführung“ und „Fertigung, Produktion“ genannt.

Zu den fachlichen/außerfachlichen Anforderungen an Absolventinnen und die bisherigen Erfahrungen (In diesem Zusammenhang wurden nur Bewertungen der Anforderungen mit der Ausprägung „hoch“ bzw. „überdurchschnittlich“ berücksichtigt)

  • Am häufigsten gefordert wird von den befragten Unternehmen bei den Bachelor- und MasterabsolventInnen die bereichsspezifische Fachkompetenz, die auch in der Praxis gut erfüllt wird.
  • Dahinter folgen die Bereiche Sach-, Sozial-, Selbstorganisations- und Methodenkompetenz: Im Gegensatz zu den fachlichen Kompetenzen können die Bachelor- und MasterabsolventInnen die Erwartungshaltungen ihrer Arbeitgeber in den anderen Schlüsselkompetenzen derzeit nur in einem geringen Ausmaß erfüllen.
  • Lediglich im Bereich Gesellschafts- und Umweltkompetenz können zumindest die Bachelor-AbsolventInnen die Erwartungen mehr als nur erfüllen.
  • Der Einschätzung der Unternehmen nach sollen Hochschulen den Studierenden nicht nur Fachkompetenz vermitteln. Die Kompetenzen, die durch die Hochschulen - in Ergänzung zur Fachkompetenz - vermitteln werden sollen, sind aus Sicht der Unternehmen die Methodenkompetenz, die Selbst- und Organisationskompetenz und die Sachkompetenz.
  • Studierende der technischen, natur- und wirtschaftswissenschaftlichen Studienrichtungen sind bereits für Unternehmen während des Studiums interessant.
  • Als Einstiegsmöglichkeiten für Akademische Arbeitskräfte werden vor allem Praktika angeboten. Traineeships bilden (wenn auch in geringerem Maße) eine weitere Einstiegsmöglichkeit.

Zu den Kooperationen zwischen den Unternehmen und den Universitäten

  • Die Hälfte der befragten Unternehmen hat bereits mit Hochschulen kooperiert. Hauptkritikpunkte zur aktuellen Situation sind fehlende Kontakte, fehlende konkrete Programmangebote und die mangelnde Öffentlichkeitsarbeit der Universitäten in diesem Bereich.
  • Das Interesse der Unternehmen, ihre Einstiegsmöglichkeiten über die Hochschulen transparent zu machen, wurde bestätigt.
  • Lediglich ein Viertel der befragten Unternehmen hat konkreten Bedarf an der Vergabe von Abschlussarbeiten an Studierende, jedoch sind weitere 50% der befragten Unternehmen unter Umständen an der Vergabe von Themen interessiert.
  • Die LMU München und die Universität Salzburg wollen ihre Bemühungen im Hinblick auf die Vermittlung außerfachlicher Qualifikationen stärken: Mehr als ein Drittel der Unternehmen hat Interesse, an Maßnahmen zur Förderung persönlichkeitsbildender Qualifikationen für akademische BerufseinsteigerInnen mitzuwirken.
  • Ein Drittel der befragten Unternehmen hat konkretes Interesse gezeigt, an einer Branchenmesse im EuRegio-Raum mitzuwirken. Bei Vorliegen genauerer Details können sich noch mehr Unternehmen vorstellen, an diesen Messen teilzunehmen.